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Mittwoch, Februar 8, 2023

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Vorsorge für einen Blackout

Millionen von Menschen kaufen derzeit elektronisch betriebene Heizer für die Steckdose, da das Gas in Deutschland immer teurer wird. Zudem ist zu erwarten, dass der Strom im Winter knapp wird, da rund 30 Prozent mit Gas produziert werden. Wenn alle Käufer in den kalten Monaten ihre Heizer benutzen, ist damit zu rechnen, dass ein Blackout eintreten wird. Das Stromnetz wird dann für Stunden oder sogar Tage zusammenbrechen. Einige Deutsche kennen diese Situation schon aus dem Jahr 2005. Damals gab es im Münsterland das große Stromchaos, da aufgrund der Wetterlage viele Strommasten umgeknickt waren. Ganze Städte wie Ochtrup waren seinerzeit für fast eine Woche ohne Stromversorgung. Wer damals nicht gerüstet war, musste leidvoll erfahren, welche Konsequenzen das hatte. Diejenigen, die Stromgeneratoren hatten, zählten zu den Privilegierten. Da ein Blackout durchaus wahrscheinlich ist, sollte man schon jetzt Vorsorge betreiben, um nicht im Dunkeln zu sitzen. Was Sie alles tun können, wird im Folgenden erklärt. Lesen Sie dazu einfach weiter.

Stromgeneratoren

Die sicherste Methode, gegen einen Blackout zumindest mit Notstrom gerüstet zu sein, sind Stromgeneratoren. Diese werden mit Diesel oder Benzin betrieben und sorgen für einen Zeitraum von 5 bis 8 Stunden für eine Stromversorgung. Derartige Generatoren können Sie bequem im Internet bestellen oder im Fachmarkt kaufen. Fällt der Strom dann tatsächlich aus, wird der Generator ans Stromnetz angeschlossen und sorgt für die nötige Versorgung im Haus. Es gibt Generatoren mit unterschiedlicher Leistung. Einfache Modelle mit 600 Watt pro Stunde an Leistung könne Sie schon für unter 200 Euro kaufen. Für unter 500 Euro erhalten Sie Modelle, mit denen Sie fast den kompletten Strom des Hauses ersetzen können. In fünf Stunden verbrauchen Sie dann etwa 4 Liter Benzin. Rechnen Sie also mit rund 10 Euro Kosten in diesem Zeitraum für die Stromerzeugung. Zumindest müssen Sie dann nicht im Dunkeln sitzen.

Eine PV-Anlage mit Inselbetrieb

Eine weitere Alternative, um einem Stromausfall vorzubeugen und gut gerüstet zu sein, ist eine PV-Anlage mit Inselbetrieb. Das bedeutet, dass Sie sich völlig netzunabhängig mit einem eigenen Netz mit Solarstrom versorgen. Bei einem Inselbetrieb läuft das Stromnetz völlig autark. Bricht also das herkömmliche Stromnetz aufgrund von Überlastung zusammen, funktioniert das alternative Inselnetz weiterhin problemlos. Eine derartige Photovoltaikanlage benötigt Solarpanele und einen speziellen Wechselrichter für Inselbetrieb. Zudem sind ein paar Speicherbatterien ebenfalls von Vorteil, um den überschüssigen Strom speichern zu können. Das Ganze hat natürlich einen Haken. Solarstrom wird hauptsächlich nur in den sonnenstarken Monaten von April bis September in hohem Maße erzeugt. In den Wintermonaten Dezember und Januar ist die Energieerzeugung auf dem Tiefststand. Dann leistet eine PV-Anlage durchschnittlich nur noch 10 Prozent vom Ursprung. Haben Sie also eine kleine PV-Anlage im Inselbetrieb, die im Idealfall etwa 2000 Watt Peak pro Stunde erzeugen kann, schafft diese in den Wintermonaten gerade einmal noch 200 Watt Peak. Und das auch nur, wenn es hell ist. Um ein ganzes Haus mit Solarstrom im Inselbetrieb zu versorgen, benötigen Sie schon eine deutlich höhere Gesamtleistung. Dennoch hilft die kleine PV-Anlage zumindest etwas. Sie müssen nicht im Dunkeln sitzen. Eine derartige Anlage kostet im Eigenbau etwa 3000 Euro.

Kein Strom, aber mein Handy soll wenigstens funktionieren

Fehlt Ihnen das Geld für eine der beiden genannten Alternativen, dann werden Sie bei einem Stromausfall definitiv im Dunkeln sitzen. Aber wer möchte schon auf sein Handy verzichten? Wenn Sie ein Auto haben, sollten Sie sich zumindest ein Ladekabel, welches Sie am Zigarettenanzünder anschließen können, kaufen. Dann bleiben Sie zumindest mit dem Mobiltelefon weiter auf Empfang. Modernere Autos haben mittlerweile auch eine eigene Anschlussmöglichkeit für das Handykabel. Das Problem bei der ganzen Sache ist allerdings, dass Handys im Auto vergleichsweise langsam aufgeladen werden.

Was sollte ich alles hamstern?

Es gibt einige wichtige Dinge, die Sie unbedingt schon jetzt hamstern sollten, damit Sie beim Blackout gut gerüstet sind. Unabdingbar sind Kerzen, Teelichter sowie Feuerzeuge oder Streichhölzer. Zudem sind auch Taschenlampen oder andere mit Batterien betriebene Lampen vorteilhaft. Sie sollten dafür aber ausreichend Batterien kaufen. Wenn es zu einem vollständigen Blackout kommt, wird kaum noch ein Geschäft öffnen können. Jeder Supermarkt ist auf Strom angewiesen. Jedes Kassensystem funktioniert mittlerweile übers Internet. Deshalb sollten Sie alle relevanten Dinge des täglichen Lebens hamstern. Kaufen Sie ausreichend lang haltbare Lebensmittel in Dosen. Hamstern Sie auch jede Menge Getränke. Das Wasser aus dem Wasserhahn wird zwar noch kommen, aber es könnte unter Umständen erbärmlich stinken, da die Klärwerke möglicherweise nicht mehr mit Notstrom versorgt werden können. Aber keine Panik! Für diesen Fall gibt es übrigens deutschlandweit Brunnen, an denen dann Wasser an die Menschen ausgegeben werden kann. Halten Sie auch schon jetzt sicherheitshalber eine gewisse Menge Bargeld bereit. Vielleicht hat ja noch der ein oder andere Kiosk oder Tante-Emma-Laden mit Barzahlungsmöglichkeit geöffnet.

Fazit

Sollte es tatsächlich zu einem längeren Blackout in Deutschland kommen, haben wir wirklich ein sehr ernstes Problem. Eine komplette, allumfassende Vorsorge ist fast unmöglich. Man muss sich da die Frage stellen, ob dieses Szenario aus rein solidarischen Gesichtspunkten das Risiko wert ist. Da bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zu einem längerfristigen Blackout in Deutschland kommen wird.

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