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Mittwoch, Februar 8, 2023

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Lohnt sich der Strompreisvergleich ?

Lohnt sich der Strompreisvergleich?

Energie ist sehr teuer geworden und ihr Preis wird noch weiter steigen. Auf die Gründe dafür soll hier nicht eingegangen werden, sondern darauf, wie die Verbraucher Strom sparen, ihren individuellen Energiecheck vollziehen und den regelmäßigen Stromtarifvergleich unter Verwendung eines Strom-Vergleichsrechners durchführen können.

Im Durchschnitt kostete in Deutschland eine Kilowattstunde (kWh) elektrische Energie im Juli 2022 circa 37 Cent, glaubt man der Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Doch Durchschnittswerte bilden die Wirklichkeit nie vollständig ab, dazu muss man sich die immensen Preisunterschiede schon etwas genauer ansehen. Bei günstigen Lieferverträgen können sich einige Kunden noch über rund 30 Cent pro kWh freuen, andere wieder werden sogleich mit einem ganzen Euro konfrontiert.

Reden wir kurz über die Strompreise

Im ersten Halbjahr 2022 bezahlten die Lieferanten an der Strombörse im kurzfristigen Einkauf in etwa noch 19 Cent pro kWh. Aufgrund der Gaskrise steuern wir nun bis Jahresende auf gut 60 Cent pro kWh zu, weil ein erheblicher Teil des Stroms in Deutschland in Gaskraftwerken erzeugt wird. Inzwischen sind wir in Preisregionen angekommen, in denen der Wegfall der EEG-Umlage (seit Juli 2022) kaum mehr ins Gewicht fällt.

An den Preisen der Strombörsen kommt zwar kein Lieferant vorbei, doch diejenigen, die in der Lage sind, langfristig sehr große Bestellmengen zu ordern, können sich relativ gute Tarife sichern. Aus diesem Grunde lohnt sich für die Verbraucher der Stromtarifvergleich immer.

Grundversorgung versus Ersatzversorgung

Viele Stromkunden befinden sich noch immer, oftmals ohne es zu wissen, in der Grundversorgung und zahlen damit regelmäßig die höchstmöglichen Preise. Wer erst seit kurzer Zeit vom örtlichen Stadtwerk beliefert wird, ohne überhaupt einen Vertrag abgeschlossen zu haben, erhält die sogenannte Ersatzversorgung.

Erst dann, wenn die Stromversorgung durch einen anderen, bewusst ausgewählten Lieferanten erfolgt, endet eine solche Ersatzversorgung, das heißt, Sie müssen dafür schon aktiv tätig werden. Ansonsten läuft die Ersatzversorgung automatisch nach drei Monaten aus und es gilt vertraglich die Grundversorgung, die seit Sommer 2022 etwas günstiger als eine Ersatzversorgung ausfällt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wer gerade in der Ersatzversorgung ist, sollte sich so schnell wie möglich um einen anderen günstigeren Vertrag kümmern. Das kann gegebenenfalls auch ein Grundversorgungsvertrag sein.

Strom-Vergleichsrechner

Die deutschen Haushalte werden von über 1000 Unternehmen mit Strom versorgt. Manche tun dies bundesweit, andere beschränken sich auf ein eher überschaubares Vertriebsgebiet. Kein Mensch kann die täglichen Änderungen auf diesem Feld überblicken. Deshalb haben verschiedene Vergleichsportale fantastische Möglichkeiten geschaffen, per Mausklick die besten aktuallen Angebote zu finden.

Allerdings sind die Voreinstellungen (default) nicht bei jedem Strom-Vergleichsrechner immer wirklich verbraucherfreundlich. Festzustellen ist aber, dass die Grundversorgung in einigen Regionen durchaus als attraktiv bezeichnet werden kann. Tarife mit einer Preisgarantie von 12 Monaten können in Zeiten stark steigender Strompreise auf jeden Fall eine gute Wahl sein.

Was hat es mit dem Wechselbonus auf sich?

Der Wechselbonus wird in der Regel nur gewährt, wenn das Kriterium des Neukunden greift. Wenn Sie innerhalb des letzten halben Jahres bereits Kunde des Anbieters waren, gibt es den Wechselbonus nicht. Zudem muss man ein ganzes Jahr im gewählten Tarif bleiben, um Anspruch auf den Bonus zu haben.

Allerdings werden in 2022 kaum Neukundentarife mit Bonus angeboten. Die unterschiedlichen Tarife ergeben sich zurzeit vor allem durch die Parameter Laufzeit und Preisgarantie. Wer zum Beispiel einen mehrjährigen Vertrag bevorzugt, klickt beim Strom-Vergleichsrechner die Einstellung „einmalig wechseln“ an. Die gewählte Langfristigkeit betrifft oftmals auch die Preisgarantie.

Was bedeuten Vorkasse, Kaution oder Pakettarif?

Tarife, die diese Kennzeichen tragen, sind stets mit Vorsicht zu genießen. Wer sich auf eine Vorkasse oder eine Kaution einlässt, trägt ein Risiko für den Fall, dass der Anbieter Insolvenz anmeldet. Das passiert gar nicht so selten. In den Jahren 2011 und 2013 zum Beispiel haben Tausende Stromkunden durch die spektakulären Pleiten der Stromdiscounter Flexstrom und Teldafax viel vorgestrecktes Geld verloren.

Bei Pakettarifen muss man im Vorfeld sehr genau wissen, wie viel Strom man verbrauchen wird. Ruft der Verbraucher die vereinbarte Liefermenge nicht in ganzer Höhe ab, bezahlt er trotzdem die nicht verwendete elektrische Energie. Braucht er aber etwas mehr als vereinbart, kommen erhebliche Aufpreise zum Tragen.

Ist eine Preisgarantie wichtig?

Die Bundesregierung ist in dem aktuellen wirtschaftspolitischen Umfeld gut beraten, Steuern, Umlagen und Abgaben zu verringern. Plötzliche Strompreiserhöhungen wegen der Weitergabe gesetzlich beschlossener Verteuerungen an die Kunden sind daher eher unwahrscheinlich und insofern eine eingeschränkte Preisgarantie durchaus akzeptabel.

Wenn die zuerst vereinbarte Laufzeit des Vertrages verstrichen ist, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfrist, die gemäß BGB höchstens einen Monat betragen darf, kann dann der Vertrag aber jederzeit gekündigt werden.

Bonuszahlungen sollen locken

Neukunden lassen sich gut mit Versprechen von Bonuszahlungen ködern. Die damit verbundenen Tarife sind in der Regel allerdings nur im ersten Jahr günstig. Die Kosten für diese Form der Werbung holt der Anbieter ab dem zweiten Jahr wieder herein.

Wenn ein Stromlieferant nach Ablauf der Preisgarantie seine Preise erhöht, muss er seine Kunden rechtzeitig darüber schriftlich informieren. Dann gilt für eine relativ kurze Zeit ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Die Kündigung muss aber jeder selbst verfassen, ein neu gewählter Stromanbieter kann die Sonderkündigung für Sie nicht in Gang setzen.

Weitere Angebote

Unter diesem Reiter finden Sie im Rahmen eines Stromtarifvergleichs sowohl Tarife von konventionellen Stromerzeugung als auch jene für Ökostrom. Um den neuen Strompreis vergleichen zu können, braucht der Strom-Vergleichsrechner mindestens noch eine Angabe über die Höhe Ihres monatlichen Abschlags oder die Summe auf der letzten Jahresrechnung, wobei die Verbrauchsmenge so exakt wie möglich eingegeben werden sollte. Allein die Angabe der Zahl der Haushaltsmitglieder kann zu einer sehr großen Ungenauigkeit führen.

Gegebenenfalls versprochene Bonuszahlungen werden in die Vergleichsrechnung mit einbezogen, wenngleich die meisten Versorger die Auszahlung oder Verrechnung des Bonus erst nach Ablauf des ersten Vertragsjahres umsetzen, wenn sie es nicht gerade absichtlich vergessen.

Vergleichen Sie die Strompreise und schließen Sie den besten Tarif ab

Wenn Sie einen passenden Tarif gefunden haben, können Sie den Vertrag dazu in aller Regel sogleich bequem online abschließen. Als Makler haben sich im Internet vor allem Check24 und Verivox etabliert. Sie können aber auch direkt auf die Webseite des Stromanbieters wechseln und dort nach dem gewünschten Tarif suchen.

Die Verwendung von Maklerportalen bergen allerdings den Vorteil, dass diese bei eventuell aufkommenden Unstimmigkeiten mit dem Stromlieferanten dem Kunden helfend zur Seite stehen.

In diesen Fällen raten wir zur Vorsicht

Wenn Sie der Versorger extra zu Hause anruft oder Sie gar ein Mitarbeiter aufsuchen will, um den Vertrag „schnell und unkompliziert“ abzuließen, sollten bei Ihnen eher die Alarmglocken läuten. Bestehen Sie darauf, dass Ihnen die Vertragsunterlagen per Post zugehen, damit Sie diese in aller Ruhe und ohne Beeinflussung durchgehen können, wobei Familienmitglieder natürlich immer eine willkommene Hilfe sind.

Auch Telefonvertrieb ist so eine dubiose Sache. Hier gilt, dass Ihre Zustimmung vorliegen muss, dass die Firmenmitarbeiter Sie zu Werbezwecken anrufen dürfen. Die Unternehmen müssen seit Oktober 2021 gemäß § 7a UWG sogar nachweisen können, dass Sie in das Werbegespräch eingewilligt haben. Sofern dies nicht der Fall ist, gilt der Vertragsabschluss juristisch als unwirksam. Dazu gibt es zwei verbindliche Urteile des Landgerichts München I von 2017:

  • Az. 37 O 5551/17
  • Az. 33 O 5550/17

Eine mündliche Zustimmung am Telefon ist grundsätzlich nicht bindend. Seit Sommer 2021 ist für die Gültigkeit von Verträgen außerhalb der Grundversorgung gemäß § 41b Abs. 1 EnWG die Textform vorgeschrieben.

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