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Mittwoch, Februar 8, 2023

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Heizen ohne Gas – Wie gut sind die Alternativen?

Es gibt viele Möglichkeiten, ohne Gas zu heizen, beispielsweise eine Pelletheizung, eine Wärmepumpe oder eine Infrarotheizung. Sie alle haben Vor- und Nachteile. Gas zu sparen ist in jedem Fall eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um die Kosten im Griff zu halten.

Heizen ohne Gas, die Pelletheizung

Eine Alternative zur Gasheizung ist eine Pelletheizung, insbesondere wenn sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich nicht lohnt. Pellets werden aus Sägespänen gepresst. Zum Heizen werden sie portionsweise im Brennkessel verbrannt. Die Flamme erwärmt das Wasser, das für Heizung und Warmwasser verbraucht wird. Je nach Heizung kommt ein Pufferspeicher zum Einsatz. Stammt das Holz aus der Region, macht diese nachhaltig erzeugte Biomasse den Besitzer unabhängiger.

Eine gute Alternative?

Der Heizwert von Pellets liegt mit 4,8 kWh/kg deutlich unter Erdgas und Heizöl. Auch die Preise für Pellets sind gestiegen, aktuell sind sie jedoch günstiger als Gas oder Öl. Der Einbau einer Pelletheizung kostet Geld. Eine moderne Anlage, Einsparungen beim Energiebedarf und ein gut gedämmtes Gebäude sind sinnvoll.

Die Gesetze zur Reduzierung der Feinstaubbelastung werden in den nächsten Jahren eher strenger werden. Daher müssen Pellets und Hackschnitzel in der Anlage sehr sauber verbrennen.

Die Wärmepumpe

Wärmepumpen nehmen die Umgebungswärme aus der Luft, aus Oberflächen- oder Grundwasser sowie den oberen Erdschichten. Luftwärmepumpen sind am weitesten verbreitet. Für Erdwärmepumpen werden Kollektoren ungefähr einen Meter tief im Garten vergraben oder mit Bohrungen bis zu hundert Meter tief.

Wärmepumpen funktionieren wie ein umgekehrter Kühlschrank. Die Wärme wird nicht von innen nach außen transportiert, sondern von außen nach innen. Dazu verwendet man, wie beim Kühlschrank, eine Flüssigkeit, das Kühlmittel.

Das flüssige Kühlmittel nimmt die Wärmeenergie aus der Umgebung auf und verdampft. Das gasförmige Kühlmittel wird in einem Verdichter komprimiert, die Temperatur des Gases steigt dadurch deutlich an. Das Gas wird in den Verflüssiger gepumpt, kondensiert und gibt die Energie in Form von Wärme an das Heizsystem ab. Das Wasser in den Heizungsrohren erwärmt sich.

Im letzten Schritt wird das unter Druck stehende Kühlmittel über ein Expansionsventil zurück in den Verdampfer transportiert. Der Kreisprozessbeginnt erneut.

Eine gute Alternative?

Jede Wärmepumpe hat eine Jahresarbeitszahl. Die Jahresarbeitszahl ist das Verhältnis der – innerhalb eines Jahres – abgegebenen Wärmemenge bezogen auf die eingesetzte elektrische Energie. Eine Wärmepumpe mit der Jahresarbeitszahl drei stellt aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärmeenergie bereit. Weniger als drei sollte diese Zahl nicht betragen, sonst lohnt sich der Betrieb eigentlich nicht.

Wärmepumpen sind besonders wirksam in energieeffizienten Neubauten mit Fußboden- oder Wandheizungen. Auch in gut gedämmten Bestandshäusern sind sie sinnvoll, aber ihr Einbau muss gut geplant sein.

Heizen mit Strom

In der Vergangenheit wurde abgeraten, mit Strom zu heizen. Strom war wesentlich aufwendiger zur Verfügung zu stellen als Heizwärme. Mit Strom zu heizen, war dementsprechend teuer. Aber die Heizkosten sind deutlich angestiegen und es gibt einige Möglichkeiten, mit Strom zu heizen.

Die Infrarotheizung

Infrarotheizungen sind flache Platten, deren Spezialoberflächen so optimiert sind, dass sie sehr viel Wärmestrahlung abgeben. Die Infrarotstrahlung strahlt wie Licht – nur unsichtbar – in den Raum. Beim Auftreffen auf Gegenstände oder Menschen nimmt deren Oberfläche die Strahlungsenergie auf und erwärmt sich. Im ganzen Haus verteilt, erwärmen die Platten die Luft und heizen so das Haus.

Es gibt bereits Profi-Anlagen, Infrarotplatten von Fachfirmen eingebaut. Bis jetzt lohnen sie sich nur bei neuen und sehr gut gedämmten Häusern. Möglicherweise entwickeln sie sich zur echten Heizalternative.

Der Heizstrahler

Ein Standheizstrahler mit Standfuß und Säule (integriertem Infrarotstrahler) kommt auf ca. 2.300 Watt Leistung. Durch spezielle Carbontechnologie in modernen Strahlern ist die Wärmeverteilung besser als durch herkömmliche Heizpilze. Objekte in der direkten Umgebung werden angestrahlt und erwärmt.

Es gibt sehr platzsparende Heizstrahler mit schlichtem Design, die unauffällig in der Wohnung aufgestellt werden. Stativ-Heizstrahler sind horizontal auf einem Teleskopstativ angeordnet. Man kann sie auf die gewünschte Höhe einstellen, beispielsweise vor dem Sessel oder der Couch.

Entscheidend beim Heizen mit Heizstrahlern ist immer die Wattleistung. Auch bei stromsparenden Geräten ist der Verbrauch hoch und die Leistung zu gering, um eine sinnvolle Alternative zum Heizen darzustellen.

Heizen mit Solarthermie

Beim Thema Heizen mit Solarenergie ist normalerweise von Solarthermieanlagen die Rede. Sie nutzen die Sonnenwärme in den Solarkollektoren und geben diese an den Wärmespeicher des Hauses ab. So kann die Solarwärme einige Zeit lang gespeichert werden. Bei Bedarf wird sie für die Warmwasserzubereitung oder zum Heizen im Haushalt genutzt.

Die Sonnenenergie reicht meist nur in den Übergangsmonaten Frühjahr und Herbst, um den Bedarf zu decken.

Heizen mit Solarstrom

Eine ganzjährige Heizung durch Solarenergie ist kaum möglich. Nur wenn die Sonne scheint, kann Strom erzeugt werden. Treten natürliche Schwankungen auf, steht keine Energie zur Verfügung. Geringe Stromproduktion geht mit den Wintermonaten einher. Wenn am meisten Energie benötigt wird, steht am wenigsten aus der Solaranlage zur Verfügung. Es müsste Energie zugekauft werden.

Tipps zum Gas sparen

  • Haus oder Wohnung energetisch sanieren.
  • Unterschiedliche Temperaturen zu unterschiedlichen Zeiten einstellen. Eine Wohnung muss nicht durchgeheizt werden. Nachts oder wenn tagsüber alle Bewohner bei der Arbeit sind, kann die Heizung heruntergefahren werden.
  • Vorlauftemperatur richtig einstellen. Viele Kunden wünschen sich einen schönen warmen Heizkörper, aber das ist nicht notwendig. Auch ein Heizkörper mit 40 °C wärmt einen Raum auf 21 °C.
  • Räume auf keinen Fall auskühlen lassen. Im Neubau wird komplett durchgeheizt, im Altbau kann eine Absenkung von maximal 5 °C sinnvoll sein.
  • Kein schnelles Aufheizen der Räume, das kostet sehr viel Energie.
  • Hydraulischen Abgleich durchführen. Dann produziert jeder Heizkörper nur die für dieses Zimmer benötigte Wärme. Beispielsweise Schlafzimmer 18 °C, Bad 23 °C, Wohnzimmer 21 °C. Küche 18 bis 20 °C.
  • Nachts Rollläden herunterlassen. Bei unterschiedlich geheizten Zimmern die Türen geschlossen halten.
  • Stoßlüften, nicht die Fenster kippen. Beim Stoßlüften kühlen die Wände nicht aus und das Aufheizen dieser Baumasse braucht die meiste Energie.

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